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ISBN/EAN: 978-3-96362-239-7
Altersempfehlung: 10-99 J.
Einband: gebundenes Buch
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Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
214 S.
Format (T/L/B):
2.1 x 21 x 14.1 cm

Hersteller:
Francke-Buch GmbH
info@francke-buch.de
Am Schwanhof 19
DE 35037 Marburg


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Die Windvögel - Das geheimnisvolle Leuchten

8,00 €
inkl. MwSt.

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Beschreibung

Die Geschwister Hannes und Ella Windvogel sehen ihre Sommerferien schon in Langeweile versinken: Der geplante Familienurlaub in Ägypten fällt kurz vor der Abreise ins Wasser Zum Glück hat ihre Mutter eine Freundin in Österreich, deren Ferienwohnung frei ist. Spannende Erlebnisse auf einem reißenden Fluss und unter dem funkelnden Sternenhimmel trösten die beiden über die verpasste Reise hinweg. Doch als sie eines Abends geheimnisvolle Lichtzeichen in den Bergen entdecken, nimmt ein gefährliches Abenteuer seinen Lauf

Über Stefanie Kloft

Stefanie Kloft arbeitet nach einem sozialwissenschaftlichen Studium und einer Weiterbildung zur Kreativitätspädagogin seit 2011 im soziokulturellen Zentrum des christlichen Vereins Lebendige Steine e.V. in Stendal (Sachsen-Anhalt). Sie ist glücklich verheiratet mit Samuel. Das kreative Schreiben ist Teil ihres Lebens, seit sie als Kind die Buchstaben auf der Schreibmaschine ihrer Eltern kannte. Die Windvögel ist ihre Debütreihe.

Leseprobe

Ferienstart mit Hindernissen Der Wind peitschte das Wasser über die Frontscheibe des Wagens, doch die Scheibenwischer bewegten sich keinen Zentimeter. Hannes warf einen prüfenden Blick zum Schiebedach hinauf, es hielt dicht. Der Wind gewann an Kraft und brachte das Auto zum Beben. In Sturzbächen floss Wasser über die Scheiben und raubte ihm die Sicht. Hastig kramte Hannes sein Handy hervor und schaltete die Videofunktion ein. Solange er im Trockenen saß, konnte er beruhigt sein. Fasziniert beobachtete er, wie der starke Wind das Wasser von der Scheibe perlen ließ. Dann setzte der Regen wieder ein. Ein Kampf der Elemente tobte um ihn her. Ein kräftiger Stoß ließ den Wagen erzittern. So plötzlich, wie das Schauspiel begonnen hatte, endete es auch wieder. Die Sonne strahlte durch die Frontscheibe. 'Und nun die Wettervorhersage für morgen, Samstag, den 24. Juli ' Hannes schaltete die Videoaufnahme aus und ließ das Handy sinken. Er hatte gar nicht bemerkt, dass das Radio noch lief. Die Fahrertür schwang auf. 'Na, alles trocken geblieben?' 'Hm', erwiderte Hannes und steckte das Handy weg. Sein Vater klemmte sich hinter das Lenkrad und griff nach dem Hebel, um den Sitz zu verstellen. Hannes grinste. Das machte Papa immer, obwohl er den Sitz gar nicht weiter zurückschieben konnte. Langsam rollte das Auto aus der Waschanlage. 'Wir müssen noch zur Post.' Sein Vater angelte einen gelben Zettel vom Armaturenbrett. 'Was ist das?' 'Ein Abholschein vom Postboten.' 'Ja, schon klar', Hannes schüttelte den Kopf, 'aber ich meine, was ist das für ein Päckchen?' 'Wahrscheinlich für dich.' Papa verrenkte sich, um zwischen den parkenden Autos den Fahrradweg einsehen zu können. 'Ich denke, Taucherbrille und Schnorchel.' 'Cool.' Hannes grinste. 'Und, ist dein Zeugnis wie erwartet?', wechselte Papa das Thema. Genervt rollte Hannes mit den Augen. Für ihn begannen die Ferien in dem Moment, wenn er die Schultür hinter sich zuschlagen konnte. Danach wollte er auch nicht mehr über sein Zeugnis nachdenken müssen. 'Es geht', brummte er nur. 'Eine Drei in Englisch und in Geschichte.' 'Das ist doch in Ordnung.' 'Nein, finde ich nicht.' Sein Vater schmunzelte, während er vor dem Lotto- und Tabakgeschäft in der zweiten Reihe parkte und mit dem gelben Zettel im Laden verschwand. Nur das schwarz-gelbe Postzeichen verriet, dass man hier auch Pakete abholen konnte. Besondere Pakete. Hannes hatte schon befürchtet, dass Schnorchel und Taucherbrille nicht mehr rechtzeitig zum Urlaub ankommen könnten. Am Montag sollte es schon losgehen, für eine Woche nach Ägypten ans Rote Meer. Zum ersten Mal fliegen und dann gleich so weit. In Hannes Bauch kribbelte es vor Aufregung. Papa kam mit dem Päckchen zurück. Enttäuscht stellte Hannes fest, dass es viel zu groß war für Schnorchel und Taucherbrille. Wenn die Lieferung morgen nicht kam, müsste er ohne die Ausrüstung in den Urlaub fliegen. Und dabei schwärmte doch die Hotelbeschreibung von einem Korallenriff direkt am Strand! 'Müssen wir Ella abholen?', fragte Papa, während er sich weiter durch den Freitagnachmittag-Ferienstart-Großstadtverkehr kämpfte. 'Kikis Mutter bringt sie', antwortete Hannes. Seine Schwester Ella ging noch auf eine andere Schule, sie war gerade mit der fünften Klasse fertig geworden und erst in der siebten Klasse würde sie an seine Schule wechseln. In vielen anderen Regionen von Deutschland dauerte die Grundschule nur vier Jahre, aber in Berlin waren es sechs. Obwohl Ella kurz vor den Ferien ihren elften Geburtstag gefeiert hatte, war sie also noch Grundschülerin. Hannes Gedanken wanderten zurück zu dem Päckchen auf der Rückbank. Ella wollte keine Taucherbrille haben, weil sie Angst vor Haien hatte. Gab es überhaupt welche im Roten Meer? Ohne Taucherbrille würde er das wohl nicht herausfinden. Hannes nahm sich vor, seine Eltern zu bitten, Brille und Schnorchel für ihn noch im Sportgeschäft zu kaufen, sollte die Bestellung bis morgen Mittag nicht ankommen. 'Lass Mama bitte gleich dein Zeugnis unterschreiben, damit du in den nächsten sechs Wochen nicht mehr an die Schule denken musst.' Papa zog die Handbremse an. Noch ehe er sich abgeschnallt hatte, war Hannes ausgestiegen und schlug die Tür zu. Schon vor der Wohnungstür hörte er Ella schimpfen. 'Das sieht so hässlich aus. Kiki hat überhaupt keine Ahnung!' Hannes versuchte, den Schlüssel so lautlos wie möglich im Schloss zu drehen. Die Tür sprang auf. 'Deshalb habe ich dir gesagt, mach es nicht bei Kiki.' Seine Mutter war auch schon zu Hause. Hannes ahnte, was für eine Diskussion hier im Gange war. Ellas Freundin Kristin - 'Kiki' - war vor zwei Wochen mit pinkfarbenen Haaren in die Schule gekommen und seitdem hatte Ella auch auf pinkfarbenen Haaren bestanden. Mama und Papa hatten ihr schließlich erlaubt, in den Ferien die Spitzen zu tönen. Hannes schlich den Flur entlang und blieb vor der offenen Küchentür stehen. Ella stand mit dem Rücken zu ihm vor dem Kühlschrank, die Arme verschränkt. Ihre Haare waren wie mit einem Lineal in zwei Hälften aufgeteilt: unten pink, oben blond. Hannes prustete los. Wütend wirbelte Ella herum. 'Hör auf zu lachen, Hannes!' Sie schnappte sich ihre Mütze vom Küchentisch, stopfte ihre Haare hinein und rauschte an ihm vorbei aus der Küche. Seine Mutter zog die Stirn in Falten. 'Musste das sein?', fragte sie mit genervtem Unterton. Sie nahm ihre Brille ab und polierte die Gläser mit dem Saum ihres Shirts. Hannes zuckte mit den Schultern. 'Sie hat doch recht. Sieht echt hässlich aus.' Er ließ seinen Rucksack vor dem Kühlschrank fallen und nahm sich einen Joghurt. 'Was ist denn hier los?' Papa stand in der Küchentür, in einer Hand Aktentasche und Schlüsselbund, in der anderen das Päckchen vom Rücksitz. 'Du hast dein Päckchen vergessen', fuhr er an Hannes gewandt fort. 'Mein Päckchen?' Hannes stellte den halb ausgelöffelten Joghurt weg, schnappte sich das Paket und rauschte ebenfalls aus der Küche. Er machte sich nicht mal die Mühe, seine Zimmertür zu schließen. Mit lautem Ratschen riss er den Klebestreifen vom Paket und faltete die Laschen auseinander. Taucherbrille und Schnorchel! Und dazu noch Schwimmflossen! 'Was issn das?', schniefte Ella. Sie war unbemerkt hereingekommen und schaute Hannes über die Schulter. Er hob die Flossen aus dem Karton. Größe 43-44, nur noch zwei Schuhgrößen und er würde seinen Vater eingeholt haben. Mama war schon ganz verzweifelt, weil es von Jahr zu Jahr schwieriger wurde, passende Schuhe für ihn zu kaufen. Aber beim Tauchen schadete es ja nicht, wenn die Flossen etwas enger an den Füßen saßen. 'Cool, oder?' 'Hm', erwiderte Ella nur. Hannes zog die Socken aus und quetschte seine Füße in die Schwimmflossen, erst den einen, dann den anderen. Wie ein Pinguin watschelte er durchs Zimmer. Seine Schwester lachte. 'Das sieht so doof aus.' 'Genauso doof wie deine Haare.' Hannes grinste. Ella zog sich die Mütze vom Kopf und warf sie nach ihm. 'Du bist echt gemein, Hannes!' Er wusste, sie meinte es ein bisschen lustig und ein bisschen ernst. 'Und, willst du jetzt den ganzen Sommer pink-blond gestreift rumlaufen?', neckte Hannes sie. Als Antwort streckte Ella ihm die Zunge raus. 'Nein, muss Ella nicht.' Mama schaute um die Ecke und winkte mit dem Autoschlüssel. 'Wir fahren gleich zum Friseur und schauen, was der noch retten kann.' 'Abschneiden', meinte Hannes. 'Hannes!', schimpften Mama und Ella gleichzeitig. Hannes lachte. Er meinte es nur ein bisschen ernst und hauptsächlich lustig - und Ella wusste das. * * * 'Ich will unbedingt auf einem Kamel reiten!', träumte Ella. Hannes und Ella lagen auf dem Teppich im Wohnzimmer. Hannes hatte 'Ägypten' in eine Bildersuche im Internet eingegeben und das dritte Foto war ein Kamel mit rotem Zaumzeug und buntem Sattel vor den Pyramiden. 'Klar.' Hannes schielte zu seiner Schwester hinüber. Der Friseur hatte ganze Arbeit geleistet. 'Jetzt erschreckt sich das Kamel wenigstens nicht mehr vor deinen Haaren.' Ihre Spitzen waren nicht mehr quietschpink, sondern rosa und der Übergang zu ihren naturblonden Haaren war viel weicher als vorher. Ella schlug mit einem Kissen nach ihm. 'Pass auf, der Laptop!', mahnte Hannes. Draußen kündigte ein tiefes, dumpfes Grollen ein nahendes Gewitter an. 'Hey, ich zeig dir was!' Hannes öffnete eine weitere Internetseite. 'Guck hier!' Er deutete auf den Bildschirm. Auf einer Deutschlandkarte waren lauter kleine rote und gelbe Punkte zu sehen. Er zoomte weiter ins Bild hinein, bis Berlin zu erkennen war. Von unten näherte sich ein großer Fleck aus roten, gelben und orangefarbenen Punkten der Hauptstadt. 'Was ist das?', fragte Ella irritiert und beugte sich vor. 'Eine Blitzkarte. Schau hier.' Hannes tippte mit dem Finger auf die gerade eben neu erschienenen Punkte. 'Gerade hat es wieder geblitzt. In ', er zoomte noch weiter hinein, ' in Ludwigsfelde.' Freudig ließ er seine Fingerknöchel knacken. 'Noch dreißig Kilometer, dann ist es hier.' 'Du und deine Gewitter. Du bist schon ein ziemlich schräger Vogel.' 'Was bin ich? Ein Vogel?', fragte Hannes mit gespielter Entrüstung. 'Wenn schon, dann ein Windvogel! Genau wie du.' Ella verdrehte die Augen, aber Hannes merkte, dass die Blitzkarte sie faszinierte. 'Wie funktioniert das?', wollte sie wissen. Auf diese Frage hatte Hannes nur gewartet. 'Also, die Blitze werden von einem Netz aus Satelliten erfasst, die in ' Im Flur klingelte das Telefon. 'Windvogel?' Ihr Vater nahm den Anruf entgegen und Ella hob die Hand. Papas Stimme war ernst und mit dem Fuß schloss er die Tür zum Wohnzimmer. Hannes und Ella wechselten einen vielsagenden Blick und standen auf. Ella wollte die Klinke herunterdrücken, doch Hannes schüttelte energisch den Kopf und legte einen Finger auf die Lippen. Das Telefonat dauerte nicht lange, dann entfernten sich Papas Schritte in Richtung Küche. Vorsichtig spähte Hannes aus dem Wohnzimmer. Durch die angelehnte Küchentür schienen die letzten Strahlen der Abendsonne in den Flur, obwohl das Gewitter schon bedrohlich nahe rumpelte. Mama und Papa sprachen gedämpft, trotzdem konnten sie hören, dass Mama ärgerlich war. 'Und du hast natürlich zugesagt?', fragte sie, offenbar bemüht, nicht laut zu werden. 'Was soll ich denn machen? Der Konrad ist noch vier Wochen krankgeschrieben und irgendjemand muss ja hinfahren', erwiderte Papa. 'Und dieser Jemand bist du, ja?' 'Joana, es sind zwei Tage, ich könnte zwischendurch rüberfliegen und ' 'Carsten!' Hannes und Ella wechselten einen sorgenvollen Blick. Meistens sagte Mama 'Schatz' zu ihm; wenn sie Papa mit seinem Vornamen ansprach, war sie sauer oder machte sich Sorgen. 'Wie stellst du dir das denn vor?' Mamas Stimme wurde nun doch lauter. 'Der Kongress für erneuerbare Energien geht von Freitagmorgen bis Samstagabend. Sei doch mal realistisch, mit An- und Abreise brauchst du vier Tage. Vier Tage von sieben! Das ist doch kein Familienurlaub mehr! Du weißt doch, wie sehr die Kinder sich auf die Reise freuen.' 'Ja, ich weiß.' Schweigen. 'Wir könnten den Urlaub verschieben. Aber  Ach, das wird viel zu teuer. Oder wenn ihr zu dritt fahrt?', meinte Papa schließlich. Hannes merkte, wie die Wut seinen Hals he- raufkroch. Er stieß die Tür zur Küche auf. 'Du hast versprochen, dass wir alle zusammen fahren!', polterte er. Sein Vater hob abwehrend die Hände. 'Hannes bitte, wir unterhalten uns gerade, das siehst du doch.' 'Ja, darüber, dass du unseren Urlaub absagst.' Wütend funkelte Hannes seinen Vater an. 'Das hast du falsch verstanden', widersprach der. 'Wir haben alles gehört', meinte Ella und ihre Stimme zitterte ein bisschen. Verwirrt schaute Papa zwischen den beiden hin und her. 'Hey, ihr müsst das verstehen.' Er griff nach Ellas Hand, doch sie riss sich los. 'Wir müssen gar nichts!', fauchte sie, machte auf dem Absatz kehrt und rannte in ihr Zimmer. Mit voller Wucht knallte sie die Tür zu. Mama zog die Augenbrauen hoch. 'Das war zu erwarten', seufzte sie, an Papa gewandt. 'Das ist so gemein!', schimpfte Hannes. 'Immer ist die Arbeit dir wichtiger. Immer!' 'Das ist nicht wahr!' Energisch schüttelte Papa den Kopf. 'Doch!' Hannes schrie fast, aber das war ihm egal. 'Immer!' Wütend zog er ab. Er drehte den Schlüssel seiner Zimmertür zweimal im Schloss und warf sich aufs Bett. Neben ihm lagen noch die Schwimmflossen. Wütend schleuderte er sie durchs Zimmer. Seine Schreibtischlampe fiel scheppernd zu Boden, die Glühbirne zerbrach. Egal. Draußen zuckten die ersten wilden Blitze über den Himmel. Egal. Enttäuscht rollte er sich zusammen, mit dem Gesicht zur Wand. Was für schreckliche Ferien. Keine Pyramiden. Kein Kamelreiten. Kein Schnorcheln. Er blinzelte die Tränen weg. Er hatte sich so gefreut. 'Dann eben nicht', flüsterte er trotzig. 'Dann bleib ich eben sechs Wochen in meinem Zimmer.' * * * Ella angelte sich das letzte Stück Schokolade aus der Packung. Sie saß mit angezogenen Beinen auf dem Sofa und starrte angestrengt an Papa vorbei. 'Er macht nicht auf.' Mama kam das dritte Mal erfolglos von Hannes Zimmertür zurück. 'Es tut mir leid, Ella', begann Papa. 'Ich weiß, wie sehr ihr euch auf den Urlaub gefreut habt.' Ella antwortete nicht. 'Ich wünsche mir auch, dass es anders gelaufen wäre', fuhr er fort, 'aber mein Kollege ist noch vier Wochen krankgeschrieben und irgendjemand muss eben zu dieser Konferenz fahren.' 'Ausgerechnet du', seufzte Ella. 'Ja', Papa nickte, 'ausgerechnet ich.' 'Und jetzt?' 'Na ja, wenn wir den Urlaub so kurz vor der Abreise noch verschieben, kostet er leider viel mehr als geplant.' 'Also fahren wir gar nicht weg?' Ella knüllte die Packung der Schokolade zusammen und warf sie mit Schwung durchs Zimmer. Keine Antwort. Nur Mama verzog den Mund, als müsste sie überlegen. 'Ich habe eine Idee', meinte sie schließlich. 'Aber ich weiß nicht, ob das klappt und auch nicht, ob es euch gefällt.' 'Egal, was es ist', erwiderte Papa betreten, 'wahrscheinlich wird es an Schnorcheln im Roten Meer und Kamelreiten nicht heranreichen, oder?' 'Nein, wahrscheinlich nicht', antwortete Mama. 'Aber wir werden sicher nicht sechs Wochen zu Hause sitzen, nur, weil du nicht Nein sagen kannst.' Sie warf Papa einen ernsten Blick zu und verschwand im Flur. Ella konnte hören, wie Mama am Telefon mit jemandem sprach und lachte, aber sie gab sich nicht die Mühe, ihre Worte zu verstehen. 'Ach Ella', meinte Papa und seufzte. 'Wir fahren noch ans Rote Meer, versprochen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.' 'Hm', entgegnete Ella nur und hoffte ganz fest, dass er das ernst meinte.