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Eine Leiche zur Beichte
eBook - Ein britischer Cosy Crime, Der B&B Mordclub, Neuausgabe / New edition
Beschreibung
Idylle, Intrigen und ein toter Pfarrer …
Der zweite Fall für die Ladys aus Snugford – ein Cosy Crime, der Fans von The Thursday Murder Club garantiert ein Schmunzeln entlockt
Was ist nur los in Snugford, dem ehemals verschlafenen englischen Provinzdörfchen? Kaum hat die St. Luke's Church ihren neuen Pfarrer eingeweiht, findet man ihn am Jesuskreuz mit seiner Stola erhängt. Weshalb sollte jemand einen Geistlichen auf derart blasphemische Weise ermorden? Und was hat es mit dem gestohlenen Weihwasser auf sich? Fragen über Fragen, die Detective Chief Inspector Jay Jamesons beschäftigen, denn im Grunde ist so gut wie jeder im Dorf verdächtig. Und ausgerechnet jetzt genehmigen sich die beiden heimlichen Ermittlungshelferinnen ihren Kururlaub! Es versteht sich von selbst, dass sie ihren DCI auf keinen Fall allein ermitteln lassen ...
Weitere Titel in der Reihe Tod im Teeladen (ISBN: 9783987780417) Eine Leiche im Schlepptau (ISBN: 9783987780493)
Erste Leser:innenstimmen
„Gestohlenes Weihwasser und ein gehängter Pfarrer sind das perfekte Rezept für einen aufregenden Whodunnit.“
„Spannender Pageturner in idyllischer englischer Provinz. Empfehlung für Krimi-Fans!“
„Ermittlungsarbeit vom feinsten – überraschend und unterhaltsam.“
„Packend bis zum Schluss, für Fans von humorvollen Kriminalromanen ein absolutes Muss!“
Leseprobe
Kapitel Eins
Snugford, einige Zeit zuvor
Überm Wald stand die Sonne am Himmel, strahlend schön und die Blätter und Früchte an den Bäumen und Sträuchern liebkosend, was Snugford jedoch nicht dazu motivierte, aus seiner Trägheit zu erwachen. Die Mittagspause war den Bewohnern heilig, mochte der Sommer endlich ins Land gezogen sein oder nicht. Es wäre schlichtweg eine Verschwendung, deswegen zu viel Energie einzusetzen. Es gab ja nichts zu erleben und um die Mittagszeit noch weniger.
Und exakt deshalb war Jay Jameson, seit drei Monaten vollständig akzeptierter Detective Chief Inspector der Gemeinde Snugford, um diese Zeit unterwegs. Mittagspausen, in denen es nichts zu erleben gab, trafen genau seinen Geschmack. Jetzt, wo es das Wetter zuließ, genehmigte er sich gerne einen Spaziergang durch das Dörfchen. Er genoss die Ruhe, die Friedlichkeit und die Sonnenstrahlen auf der Haut. Es gab nichts Angenehmeres als diese dörfliche Behaglichkeit. Kaum zu glauben, dass es Zeiten, und die lagen nicht lange zurück, gegeben hatte, in denen es hier anders zugegangen war. Unsichere Zeiten, während derer die Leute einander nicht über den Weg getraut hatten – und Jay ihnen allen kein bisschen. Aber mit seiner erfolgreichen Festnahme des Gemeindepriesters Father Custom hatte sich wieder Ruhe in Snugford eingestellt. Die Leute gingen ihrem Tagwerk nach – inzwischen mit einem Lächeln auf dem Gesicht trafen sie ihren Detective Chief Inspector auf der Straße. Was um diese Zeit nicht viele waren. Die meisten verbrachten ihre Mittagspause zu Hause, nur wenige promenierten wie Jay durch die Gegend. Dazu musste man schon einen triftigen Grund haben. Wie die alte Janet Sweetfinger zum Beispiel, die laut Getuschel der anderen aus ihrem Winterschlaf erwacht war. Kälte sei nichts für ihre alten Knochen, daher komme sie erst aus ihrem Häuschen, wenn die Temperaturen die zwanzig Grad erreichten. Das bedeutete, dass man sie etwa drei Monate im Jahr sah. Außer zur sonntäglichen Messe. So war ihr Jay bekannt und sie nickte ihm höflich zu, als sich ihre Wege kreuzten. Jay erwiderte ihr Nicken mit einem Lächeln, das sich beim Anblick der nächsten nahenden Dame verflüchtigte.
„Guten Tag, DCI Jameson, wie nett, Sie zu sehen. Wunderbares Wetter, was?“ Lady Mortimer sah ihrer gleichnamigen Hündin mit jedem Tag ähnlicher. Beide waren klein, gedrungen und verfügten über ausgiebige Falten im Schulter- und Halsbereich. Sie unterschieden sich darin, dass die Bulldogge vorne breiter als hinten war und ihre Besitzerin hinten breiter als vorne. Letzten Endes waren sie beide vorrangig speckig.
„Ich grüße Sie, Lady Mortimer“, antwortete Jay und trat einen Schritt außer Reichweite der Bulldogge, „in der Tat ein schöner Sommertag.“
„Noch ist laut Kalender Frühling“, sagte Lady Mortimer. „Erst am Wochenende ist es so weit, vom Sommer zu sprechen. Freuen Sie sich auf das Mittsommerfest?“
Jay freute sich selten auf Feste. Er fand sie laut und überfüllt und im Falle Snugfords versprachen sie aufgrund der Blaskapellengruppe melodische Disharmonie. Aber er war stets bereit, sich vom Gegenteil überzeugen zu lassen.
„Ich bin gespannt darauf.“
Diese Antwort befriedigte Lady Mortimer und das Gespräch fand einen höflichen Ausklang. Bedauerlicherweise war es lang genug gewesen, um Bulldogge Mortimer die Möglichkeit einzuräumen, ein neues Häufchen zu legen – unweit von Jays Fuß entfernt. Wie so oft nicht auf den Boden achtend, wäre er mit Sicherheit hineingetreten, hätte nicht in eben dem Moment, in dem er den Fuß hob, Robbie Nelson mit seinem Postfahrrad etwas zu schwungvoll die Spur gewechselt. Jay musste ausweichen und verpasste somit um Haaresbreite den Haufen. Glück gehabt. Von diesem nichts ahnend schlenderte er weiter.
Snugford war wirklich ein herrliches Örtchen. Friedlich, freundlich, überschaubar. Vom B&B aus benötigte man nur wenige Schritte zum zentralen Marktplatz, dem Lebensmittelpunkt der Snugforder, um den sich die meisten Örtlichkeiten formierten. Der Teeladen zum Beispiel, der sich schräg gegenüber von seinem Präsidium befand. Und wären nicht die Marktstände im Weg, hätte er mit einem Fernglas von seinem Bürofenster aus womöglich direkt in Zoey Blooms Schaufenster sehen können. Er strich sich räuspernd über das Gesicht. Wenn man ein Fernglas besäße und es auf diese Weise nutzte …
Jay widerstand dem Impuls, sich nach dem Teeladen umzudrehen und setzte seinen Spaziergang in Richtung des Villenviertels fort. Er musste sich noch Gedanken um das heutige Abendessen machen. Eine Neuheit, die er immer wieder vergaß. Für gewöhnlich brauchte er sich zumindest ums Essen niemals zu sorgen. Neuerdings …
„Ah, einen famosen guten Tag wünsche ich, DCI Jameson. Was haben wir herrliches Wetter heute!“ Die Stimme der Baronin von Lockspridge riss ihn aus seinen Überlegungen und er hob den Blick. Wie immer war die Baronin Ton in Ton und äußerst stilvoll gekleidet und wie immer hatte sie ausreichend Zeit, um für ein Schwätzchen zu halten. Das war schon in Ordnung. Sie besaß ja keinen Hund mit Schließmuskelproblem. „Genießen Sie Ihre Mittagspause, mein Lieber?“
„Oh, ja, durchaus“, antwortete Jay und erwiderte ihr Lächeln, fragte sich, wie lange noch, denn sie hörte nicht auf, ihn anzustrahlen.
„Was machen Sie gerade, wenn die Frage erlaubt ist?“ Sie trat noch einen Schritt näher, will heißen, fast auf seinen Fuß. Ihr Parfüm drang in seine Nase.
„Ach, na ja, ja, wieso sollte sie nicht erlaubt sein?“ Er hüstelte unter dem aufdringlichen Geruch. „Ich gehe ein paar Akten durch.“
„Ah“, sie nickte, ihr Gesichtsausdruck nahm eine mitfühlende Note an, „Sie Ärmster, wie langweilig.“
„Nicht doch.“ Jay winkte ab. „Die Probleme kommen früh genug.“
Das kamen sie immer. Nicht einmal Snugford stellte darin eine Ausnahme dar, so sehr er sich der Illusion bei seinem Amtsantritt hingegeben hatte.
Baronin von Lockspridge legte ihm eine Hand auf die Schulter und klimperte mit den Wimpern. „Ach, Sie haben vielleicht recht und es sich außerdem verdient. Nach dem aufregenden Mord im Teeladen.“
Ehe sie beide den Eindruck gewinnen konnten, sie stünde zu nah bei ihm, nahm sie die Hand wieder fort und empfahl sich ihm. Er winkte ihr, sich umdrehend, hinterher, die Gedanken waren längst woanders. Sein Blick fand besagten Teeladen, der zwischen den Ständen der Marktleute hervorlugte und sein Herzschlag beschleunigt sich. Ehe der sich überschlagen konnte, räusperte sich Jay. Er wandte die Augen in die entgegengesetzte Richtung zu den Villen und strich sich die Haarsträhnen aus dem Gesicht – immer noch irritiert darüber, dass sie jetzt so viel kürzer waren. Seit nämlich Maggie die Schere ausgerutscht war. So nannten sie den Unfall. Sie hatte sich angeboten, ihm mal eben rasch die Spitzen zu schneiden und, nun ja, sie hatte ein paar Zentimeter zu viel erwischt – man konnte ja nicht alles können. Es war nicht weiter tragisch. Das nächste Mal würde er gleichwohl in den Friseursalon der Lovflats gehen oder es ganz lassen mit der neuen Frisur. Veränderungen waren nicht sein Ding, jedenfalls nicht, was sein Aussehen oder...
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